Polio - Rotarys Kampf gegen die Kinderlähmung
Für eine Welt ohne Polio
Eine Krankheit wird besiegt
Kinderlähmung - das war bis vor wenigen Jahren eine ständig drohende Infektionsgefahr mit furchtbaren Folgen keineswegs nur für Kinder. Es wird viele Erwachsene geben, die sich noch an die Reihen· Schluckimpfungen in ihrer Schulzeit erinnern können, nachdem die US-AmerikanerJonas Salk und Albert Sabin in den 50er Jahren endlich einen wirksarnenImpfschutz gegen die Polio-Viren gefunden hatten.Wenn wir in Europa heute unsere Kinder nicht mehr zur Reihen-Impfungschicken müssen, dann ist das auch ein Erfolg einer internationalen Public-Private-Partnerschaft, die für sich in Anspruch nehmen kann, tatsächlichdie Welt zu verändern: die Global Polio Eradication Initiative arbeitet seit 1988 daran, die Kinderlähmung als zweite Infektionskrankheit nach den Pocken aus der Welt zu verbannen. Es ist dies das größte Gesundheitsprojektin der Geschichte der Menschheit.
Rotary International mit dem Programm PolioPlus, die Weltgesundheitsorganisation WHO, das Kinderhilfswerk der Vereinten Naitonen UNICEF und die US-Amerikanischen Gesundheitsbehörden COC sind die Partner in dieser Allianz. Ihren Auftrag haben sie seit 20 Jahrenso konsequent verfolgt, dass wir heute tatsächlich kurz vor dem Ziel stehen. Mit nur noch wenigen hundert Neuinfektionen pro Jahr wird es nicht mehr lange dauern, bis die Geißel Kinderlähmung endgültig besiegt se in wird. Große Tei le der Welt (Nord- und Südamerika,Europa, der Westpazifik) sind bereits Polio-frei.
Erfolgsquote 99 Prozent
Wie erfolgreich diese Allianz gearbeitet hat, verdeutlicht ein Blick auf die Situation vor 20 Jahren: Damals gab es in 125 Ländern der Erde noch 350.000 Polio-Infektionen. Diese Zahl ging dank konsequenter lmpfmaßnahmen um mehr als 99 Prozent zurück - für 2007 wurden insgesamt 790 Fälle gezahlt. Allein gegen über dem Vorjahr bedeutet dies eine Halbierung der Infektions-zahlen (2006: 1763 Fälle)
Nur noch in vier Ländern besteht akute Ansteckungsgefahr: Afghanistan, Indien, Pakistan sowie Nigeria. Eine überschaubare Größenordnung sollte man meinen, und doch zeigen sich in diesen Ländern die vielfältigen Schwierigkeiten, die dem endgültigen Stopp noch entgegenstehen. In Indien ist dies die große Zahl der zu impfenden Kinder: Im Bundesstaat Uttar Pradesh mit mehr als fünf Millionen Geburten pro Jahr stehen die lmpfteams vor gewaltigen logistischen Schwierigkeiten. In Nigeria dagegen hat die Verzögerung vor allem politische Gründe: Die religiösen Führer hatten in den muslimisch geprägten nördlichen Landesteilen Impfungen untersagt. Inzwischen sind sich die Mitglieder der Organization of the Islamic Conference (OIC) aber einig darin, die lmpfmaßnahmen zu unterstützen. Denn nur wenn konsequent und flächendeckend geimpft wird, besteht die Chance, wirklich alle Kinder zu schützen. Mit jedem Kind, das nicht geimpft wird, steigt auch in Polio-freien Gebieten das lnfektionsrisiko durch Re-Import der Viren.
Spenden Sie für PolioPlus!
Auch wenn der Impfstoff selbst preiswert ist und problemlos verabreicht werden kann - Impfungen für bisher weit über zwei Milliarden Kinder erfordern enorme finanzielle Mittel, die von der Staatengemeinschaft, von Stiftungen sowie von Rotary International aufgebracht werden müssen. Mit über 60 Millionen US-Dollar hat Rotary im Rahmen seines PolioPlusProgramms den größten Beitrag einer privaten Organisation geleistet. Die Regierungen von über 30 Ländern haben bislang 2,9 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Die ungeheure Aufgabe führt jedoch immer wieder zu Finanzierungsengpässen, etwa wenn nach einem neuen Infektionsfall umgehend Massenimpfungen angesetzt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Entlastung kommt jetzt von der Bill & Melinda Gates Foundation, die Rotary International für PolioPlus 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellt, unter der Voraussetzung, dass Rotary ebenfalls 100 Millionen US- Dollar in den nächsten drei Jahren einbringt.
Dazu brauchen wir Ihre Hilfe! Spenden Sie für PolioPlus direkt am Informationsstand eines Rotary Clubs oder überweisen Sie Ihren Beitrag mit dem beiliegenden Überweisungssträger.
Übrigens: Das „Plus" im Namen PolioPlus steht für zusätzliche Gesundheitsleistungen wie Vitamin-A-Gaben oder auch die Ausgabe von Bettnetzen zum Schutz vor Malaria. Umfassender Schutz der Kinder ist ein Hauptanliegen unserer humanitären Programme.
Und Ihr Impfschutz?
Der wechselhafte Verlauf der Infektionskurven hat gezeigt, dass nur ein sicherer lmpfstatus dauerhaft und zuverlässig vor Polio-Viren schützt. Dieses Bewusstsein ist in dem seit Jahren Polio-freien Europa vielen Menschen verloren gegangen, die sich damit ungeahnten Gefahren aussetzen. Der durch eine dreimalige Impfung erreichte Schutz hält in der Regel nur 10 Jahre an. Danach ist eine Auffrischung notwendig! Die Entwicklung des Massentourismus ermöglicht heute fast jedem Bürger jederzeit jeden beliebigen Ort auf dem Globus zu erreichen - entsprechend aktuell sollte der Impfschutz sein.
Die Vorgeschichte
Den Startschuss für den Kampf gegen die Kinderlähmung gab Rotary International 1979, als die Service-Organisation beschloss, flächendeckend sechs Millionen Kinder auf den Philippinen gegen Polio zu impfen. Das gelang so überzeugend, dass die WHO das Projekt in ihr Arbeitsprogramm aufnahm und die schlagkräftige Partnerschaft aufbaute. PolioPlus hat auch für die WHO höchste Priorität. WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan bestätigte noch am Tag ihres Amtsantritts im Januar 2007: „Ich bin sicher, dass wir Polio endgültig besiegen werden. Wir werden dazu in den nächsten 24 Monaten einen beispiellosen Einsatz zeigen."
Rotary International
Rotary International ist eine weltweite Vereinigung von 1,2 Millionen Männern und Frauen in 32.000 Clubs in nahezu allen Ländern der Erde. Sie ist weltanschaulich nicht gebunden, überkonfessionell und überparteilich und setzt sich insbesondere für Frieden und Völkerverständigung ein. In Deutschland gibt es 940 Clubs mit 47.000 Rotarierinnen und Rotarier, in Österreich 132 Clubs und 6.300 Mitglieder.
Für ihre PolioPlus-Kampagne haben die Rotarier nicht nur beträchtliche Geldmittel aufgewendet, sondern auch ganz praktisch an den weltweiten Impfaktionen mitgewirkt. Ebenso wichtig aber ist die Werbung von Millionen freiwilliger Rotarier und Nicht-Rotarier, die Nationale Impftage (NID) organisieren, auf Kamelen oder auch im Hubschrauber das Serum auch in abgelegene Gebiete bringen und notfalls zwischen Kriegsparteien Waffenruhen aushandeln, damit die Impfungen sicher stattfinden können.
Ansprechpartner
Past-Gov. Günter F. Ertler
Pertlstein 1
8350 Fehring
Tel. +43 (0) 3155/2130
Fax +43 (0) 3155/21304
E-Mail ertler.guenter@rotary-feldbach.com
Überweisungen nur an:
Rotary Distriktsverwaltung 1910
Verwendungszweck: PolioPlus
Erste Bank, BLZ 20111
Kto..Nr. 280 631 523 000





